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Talent Outlook 2021: Ist das Homeoffice gekommen, um zu bleiben?

By Universum on 23/03/2021

Wie wird es mit dem Homeoffice weitergehen, wenn die Pandemie eines schönen Tages endlich überstanden sein wird? Auf diese – und viele weitere spannende Fragen – hat Universum Antworten gesucht und dazu die wichtigsten Forschungsergebnisse in dem neuen E-Book „Talent Outlook 2021“ zusammengestellt.

Die Pandemie hat das Arbeitsleben massiv verändert. Laut einer Untersuchung von McKinsey hat die Welt ab März 2020 innerhalb von 90 Tagen einen Sprung um 10 Jahre nach vorne gemacht.1 Nirgendwo zeigt sich diese Beschleunigung deutlicher als in der plötzlichen Umstellung von der Büroarbeit zum mobilen Arbeiten. Im März 2020 schickten unzählige Unternehmen ihre Mitarbeiter*innen nach Hause – und ein knappes Jahr später haben viele ihre Angestellten immer noch nicht zurück in die Büros geholt.

Das Homeoffice zeigt seine Vorzüge

Arbeitgeber haben sich lange gesträubt, ihre Mitarbeiter*innen im Homeoffice arbeiten zu lassen, weil sie befürchteten, dass Produktivität und Innovationskraft unter dem mangelnden persönlichen Kontakt leiden würden. Doch nachdem die Pandemie etliche Angestellte dazu zwang, sich zu Hause ihre Büros einzurichten, fanden viele skeptische Arbeitgeber das neue Homeoffice-Format praktikabel, und in einigen Fällen sogar vorteilhaft. Laut Universums „Employer Pulse Survey“ sank der Anteil der Unternehmen, in denen es keine Möglichkeiten zum mobilen Arbeiten gibt, von 29 % vor der Pandemie auf 1 % während der Pandemie.

Technologie ist nicht alles!

Eine von Deloitte durchgeführte Studie hat untersucht, welche Faktoren vermutlich darüber entscheiden werden, ob das mobile Arbeiten von Dauer sein wird.2 Wenig überraschend war die wichtigste Voraussetzung, dass die technologischen Möglichkeiten zur Zusammenarbeit gegeben sein müssen. Hierfür entschieden sich 39 % der Befragten. Doch auch andere Faktoren wie persönliche Vorlieben, Terminpläne und Management-Schulungen waren wichtig. Die Ergebnisse sind bedeutsam, denn Unternehmen investieren oft sehr viel Zeit in die Technologie und übersehen dabei, dass es auch Veränderungen bei den Führungsstilen und Arbeitsprozessen geben muss.

Arbeitnehmer*innen sind vom Homeoffice weniger begeistert als Arbeitgeber

Eine Untersuchung von Edelman zeigt, dass nicht alle Angestellten die Arbeit von Zuhause produktiv finden – sei es, weil sie keinen eigenen Raum zum Arbeiten haben, oder weil sie in einer sozialen Umgebung einfach effektiver sind.3 Auch Sorgen um die Work-Life-Balance sind für einige ein Thema, denen es schwerfällt, berufliche und private Verpflichtungen voneinander zu trennen.

Dies ist nicht das „normale“ Homeoffice

Eines sollte man dabei bedenken: Das Homeoffice, wie wir es zurzeit erleben, ist mit Sicherheit nicht damit zu vergleichen, wie virtuelles Arbeiten nach der Pandemie aussehen kann. Die Kolleginnen und Kollegen nicht um sich herum zu haben, wird um ein Vielfaches schlimmer, wenn wir auch sonst kaum jemanden treffen. Ganz zu schweigen davon, dass viele Menschen nicht nur ihre Arbeit zu erledigen, sondern gleichzeitig ihre Kinder zu betreuen hatten.

Vor allem aus Arbeitgebersicht hat das mobile Arbeiten seine Vorzüge – wie Produktivität und Kosteneffizienz – unter Beweis gestellt. Das Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben. Doch das permanente virtuelle Arbeiten wird anders aussehen müssen als das pandemiebedingte virtuelle Arbeiten. Die meisten Arbeitgeber müssen hier erst noch ihren Weg finden.

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1 “Five Fifty: The Quickening.” McKinsey & Company, 28. Juli 2020.

2 Deloitte Human Capital Trends 2021 (Quelle)

3 Edelmann Trust Barometer 2021 (Quelle)