Skip to main content

Top-Arbeitgeber 2022: Studierende fordern Flexibilität

06.06.2022

Überblick der wichtigsten Ergebnisse des Universum Student Survey 2022  

Für viele Unternehmen wird es zunehmend schwierig, Fachkräfte zu finden. Dringender denn je stellt sich für Arbeitgeber die Frage, wie sich die passenden Talente erreichen und begeistern lassen. Und ganz besonders: Was macht Unternehmen zu Top-Arbeitgebern für junge Talente? Einen Einblick, wie das die Studierenden als die nächste Generation der Fachkräfte sehen, gibt der weltweit erhobene und jährlich durchgeführte Universum Student Survey. An der zwischen September 2021 und März 2022 von Universum deutschlandweit durchgeführten Umfrage haben sich fast 39.000 Studierenden an 235 Hochschulen beteiligt. Sie gaben unter anderem Auskunft darüber, wer ihre Top-Arbeitgeber sind, was Unternehmen für sie zu attraktiven Arbeitgebern macht und was ihnen in ihrer Karriere wichtig ist. Die gerade veröffentlichten Daten zeigen, dass es deutliche Veränderungen gibt, die eine beginnende Trendwende anzeigen können.

Flexible Arbeitsbedingungen und Work-Life-Balance werden wichtiger

Ein zentrales Ergebnis in diesem Jahr ist, dass flexible Arbeitsbedingungen und Work-Life-Balance insgesamt stark an Bedeutung gewonnen haben. In der Rangliste der Faktoren, die Unternehmen für Studierende zu attraktiven Arbeitgebern machen, zählen flexible Arbeitsbedingungen erstmals in allen vier Fachbereichen, Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwesen, Naturwissenschaften und IT/Informatik, zu den Top 10. Den größten Bedeutungszuwachs verzeichnet Flexibilität unter Studierenden der Wirtschaftswissenschaften und des Ingenieurwesens. In beiden Fachbereichen steigen flexible Arbeitsbedingungen in der Liste um sieben Plätze nach oben auf Platz 5 und 8. In den Naturwissenschaften und der IT beträgt der Sprung nach oben immerhin drei Plätze auf Rang 9 und 3. Die Förderung von Work-Life-Balance ist vor allem für Studierende der IT und des Ingenieurwesens wichtiger geworden. Hier ging es sieben und fünf Plätze nach oben auf Rang 7 und 13.

Homeoffice gewinnt an Bedeutung

Passend dazu ist der Anteil der Studierenden, die generell Interesse an Remote Work haben, insgesamt von knapp der Hälfte auf fast zwei Drittel gestiegen. Wenig überraschend spielt Homeoffice auch bei der Auswahl des zukünftigen Arbeitgebers eine Rolle, am meisten für Studierende der IT/Informatik. Für 59 Prozent von ihnen ist es wichtig oder sehr wichtig, dass der zukünftige Arbeitgeber Remote Work oder Homeoffice ermöglicht. In den Wirtschaftswissenschaften trifft das auf 55 Prozent und im Ingenieurwesen auf 45 Prozent der Studierenden zu. In den Naturwissenschaften ist der Anteil mit 38 Prozent am geringsten.

Ein Blick auf die Verteilung über die Jahrgänge zeigt: Je näher Studierende an ihrem Abschluss sind, desto mehr Wert legen sie darauf, dass ihnen Unternehmen Homeoffice ermöglichen. Außerdem legen Studierende mit Bestnoten mehr Wert darauf, remote arbeiten zu können, als Studierende mit eher durchschnittlichen Noten. Das ist besonders spannend in Anbetracht der immer noch gängigen Befürchtung, dass im Homeoffice nicht wirklich effizient gearbeitet wird.

Homeoffice-Möglichkeit für Frauen wichtiger als für Männer

Insgesamt legen Frauen mit 47 Prozent etwas mehr Wert darauf, im Homeoffice arbeiten zu können, als ihre männlichen Kommilitonen (43 Prozent). Deutlichere Unterschiede zeigen sich in den verschiedenen Fachbereichen. Am größten ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern unter Studierenden der Wirtschaftswissenschaften. Während es für 59 Prozent der Frauen wichtig oder sehr wichtig ist, dass der zukünftige Arbeitgeber Homeoffice ermöglicht, trifft das hier nur auf 49 Prozent der männlichen Studierenden zu. Am geringsten ist der Unterschied mit jeweils 60 Prozent im Fachbereich IT.

Zwei oder drei Tage Homeoffice sind gewünscht

Die Ergebnisse zeigen auch, dass die meisten Studierenden lediglich zwei Tage pro Woche im Homeoffice arbeiten wollen würden. In den Naturwissenschaften und dem Ingenieurwesen geben das 48 Prozent der Befragten an und in den Wirtschaftswissenschaften 46 Prozent. Einzig in der IT/Informatik möchten jeweils 35 Prozent zwei oder drei Tage im Homeoffice arbeiten. Dabei gibt es kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Gleichzeitig bleiben die damit verbundenen Sorgen bestehen: Isolation und fehlende soziale Kontakte zum Team sowie die Sorge, dass das Onboarding in die Organisation remote weniger effizient sein könnte, sind die größten Sorgen der Studierenden. Angesichts dieser Ergebnisse sind Arbeitgeber mehr denn je gefragt, passende Homeoffice-Regelungen zu entwickeln und aktiv zu kommunizieren. Das kann tatsächlich eine wichtige Stellschraube sein, um die so dringend gesuchten Talente für das eigene Unternehmen zu begeistern.

Es darf mehr Karriere sein

Auch bei den weiteren Faktoren, die Unternehmen zu Top-Arbeitgebern machen, hat sich in diesem Jahr einiges verändert: Angeführt wird die Rangliste in allen vier Fachbereichen nach wie vor von einem attraktiven Grundgehalt sowie einem hohen Einkommen in der Zukunft. Überraschend ist allerdings, dass die Studierenden in diesem Jahr tendenziell mehr Wert auf Faktoren legen, die sich auf das Image oder die Karriere beziehen. Das trifft zum Beispiel auf Prestige, Markterfolg, eine rasche Beförderung, eine gute Referenz für die zukünftige Karriere, transparente Beförderungswege und einen leistungsabhängigen Bonus zu. Gleichzeitig sind Aspekte, die im vergangenen Jahr stark an Bedeutung gewonnen hatten, jetzt weniger wichtig. Beispiele dafür sind ein freundliches Arbeitsumfeld oder Respekt für die Mitarbeitenden. Diese Veränderungen in den Attraktivitätsfaktoren zeigen sich bereits in den aktuellen Rankings.

Die Big Four gehören zu den Gewinnern

So schneiden die für Karriere und Prestige bekannten Branchen Consulting, Banken und Wirtschaftsprüfung tendenziell besser ab als in den vergangenen Jahren. Waren die als „Big Four“ zusammengefassten Unternehmen Deloitte, EY (Ernst & Young), KPMG oder PricewaterhouseCoopers (PwC) im vorherigen Ranking noch im Abwärtstrend, gehören sie in diesem Jahr definitiv zu den Aufsteigern.

Ebenfalls zu den großen Gewinnern in den aktuellen Rankings gehören führende Impfstoffhersteller wie BioNTech und Pfizer Deutschland. Viele Aufsteiger des vergangenen Jahres fallen dagegen auf die Platzierungen vor der Pandemie zurück. Hierzu zählen unter anderem große Supermarktketten, FMCG-Unternehmen und Automobilzulieferer. Auch die Tourismusbranche verliert weiterhin an Attraktivität.

Wer sind die Top-Arbeitgeber?

Porsche führt in diesem Jahr das Ranking der Attraktivsten Arbeitgeber der Studierenden der Wirtschaftswissenschaften an und verweist Daimler/Mercedes-Benz auf Rang 2. Apple und die BMW Group verteidigen Rang 3 und 4. Google macht einen Platz gut und landet auf Rang 5. Auch im Fachbereich Ingenieurwesen steht Porsche an der Spitze und hält seine Vorjahresposition. Daimler/Mercedes-Benz steigt zwei Plätze nach oben auf Rang 2. Audi hält seinen dritten Platz und positioniert sich vor der BMW Group auf Platz 4 und Siemens auf Rang 5. Beide Unternehmen rücken jeweils einen Platz nach oben.

Für die Studierenden der IT/Informatik ist Google auch in diesem Jahr der attraktivste Arbeitgeber. Apple hält sich auf Rang 2. Microsoft steigt einen Rang auf Platz 3, während Tesla auf Rang 4 fällt und vor Porsche auf Platz 5 landet. In den Naturwissenschaften stand BioNTech in dieser Befragung den Studierenden erstmals zur Auswahl und schafft es direkt an die Spitze. Der Impfstoffhersteller verweist die Max-Planck-Gesellschaft, Bayer, die Fraunhofer-Gesellschaft und BASF jeweils einen Platz nach unten auf die Ränge 2 bis 5.

Ein Blick in die Daten lohnt sich

Die Ergebnisse des Universum Student Surveys 2022 und die darauf basierenden Arbeitgeberrankings von Universum zeigen deutliche Veränderungen in den Faktoren, die Unternehmen als Arbeitgeber bei Talenten attraktiv machen. Auch in Anbetracht des Fachkräftemangels sind Unternehmen mehr denn je gefordert, ein Verständnis für die jungen Talente zu entwickeln. Die Universum-Daten, die sich bis auf Unternehmensebene herunterbrechen lassen, bieten Arbeitgebern eine datenbasierte und strukturierte Grundlage dafür. So lassen sich Employer-Branding-Maßnahmen entwickeln, die die gewünschten Talente erreichen und begeistern.

Student Survey Deutschland 2022

Laden Sie unsere Snapshot-Präsentation mit den kompletten Rankings und spannenden Insights herunter.

Download Snapshot
Weitere Ergebnisse rund um die Arbeitgeberrankings finden Sie hier.