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Employer Branding digital, Teil 1: Ist Facebook noch eine attraktive Plattform für Arbeitgeber?

Für Arbeitgeber ist es eine immense Herausforderung, mit den Entwicklungen in der digitalen Welt Schritt zu halten. Doch für ein erfolgreiches Employer Branding ist das heute unbedingt notwendig. Welche Rolle spielt aktuell zum Beispiel Facebook für das Arbeitgebermarketing? Kaum jemand kann das besser einschätzen als James Barraclough, Employer Brand Strategist bei Universum. Im Interview erklärt er, was nach wie vor für Facebook spricht und warum es so viel schwieriger geworden ist, sich dort erfolgreich zu positionieren.

Employer Branding Today: Hat Facebook seinen Zenit bereits überschritten?

James Barraclough: Nein, auf keinen Fall! Auch wenn es sich seit seinen Ursprüngen als hippes neues soziales Netzwerk, das Schüler und Studenten für ihre Partyfotos und sozialen Interaktionen nutzen, natürlich verändert hat. Der Wettbewerb und neue Technologien haben für Bewegung gesorgt und den Wandel vorangetrieben. Doch Facebook hat sich entwickelt und ist weiter gewachsen – und ist damit nahezu einzigartig unter den sozialen Netzwerkwerken. Facebook hat sein Produktportfolio zum Teil durch Innovationen, zum Teil durch clevere Akquisitionen diversifiziert, siehe Messenger, Whatsapp, Facebook Live und natürlich Instagram, und bleibt das am tiefsten verwurzelte soziale Netzwerk der Welt. Mit weltweit 1,8 Milliarden Nutzern spielt es fast schon in einer anderen Liga als andere soziale Medien.

Employer Branding Today: Aber heißt es nicht ständig, dass insbesondere Jugendliche nicht mehr Facebook, sondern andere Kanäle nutzen würden?

James Barraclough: Es stimmt, dass sie andere Kanäle nutzen, aber sie sind in jedem Fall immer noch bei Facebook, wie die Zahlen belegen. Sie verwenden lediglich zusätzliche Tools, um Inhalte zu teilen und sich auszutauschen. Für viele ist der Facebook Newsfeed ein kuratiertes Nachrichtenportal geworden. Hier lesen sie Nachrichten, erfahren wichtige Neuigkeiten aus dem Leben ihrer Familien und Freunde und schnappen virale Inhalte auf. Was aus unserer Sicht am wichtigsten ist: Facebook hat sich zu einem bedeutenden Kanal für die Interaktion mit Marken und für Karrierechancen entwickelt. Die meisten großen Firmen haben eine Unternehmensseite, doch Universum beobachtet und berät sie dahingehend, dass sie auch eigene Karriereseiten aufbauen, auf denen sie relevante und ansprechende Inhalte für ihre Zielgruppen teilen.

Employer Branding Today: Also ist Facebook nach wie vor ein sehr attraktiver Kanal für Employer Branding?

James Barraclough: Ja, ganz bestimmt! Es ist sogar der attraktivste, den es heute auf dem Markt gibt, China mit WeChat einmal ausgenommen. Dafür gibt es zahlreiche Gründe. So hat Facebook die größte Anwenderbasis, weshalb Arbeitgeber sicher sein können, dass ihre Zielgruppen dort zu finden sind. Facebook ist zudem stark in das Leben der Menschen integriert. Sie verbringen täglich viel Zeit damit, ihren Newsfeed zu checken und auf Inhalte zu reagieren. Durchschnittlich bekommen sie pro Tag 500 Posts zu sehen. Eine von fünf Minuten, in denen sie ihr Smartphone nutzen, verbringen Menschen auf Facebook oder Instagram. Hinzu kommt, dass Facebook über einen unglaublichen Datenschatz aus den persönlichen Profilen der Nutzer und ihrer Interaktionen verfügt. Das ermöglicht es, sehr spezifische Personengruppen zu erreichen. Auch ist das Preisniveau, zu dem Facebook bezahlte Werbung bietet, aktuell sehr viel günstiger und nutzerfreundlicher als bei anderen sozialen Medien. Nicht zuletzt hat Facebook eine so große Anzahl an Posts, dass Posts mit Werbung nicht störend wirken, sondern als ein weiteres Puzzlestück der vielfältigen Inhalte, die dem Nutzer angezeigt werden. Bei Facebook geht es längst nicht mehr nur um Neuigkeiten aus dem eigenen Netzwerk. Events, Gruppen, Nachrichten, Entertainment, Politik, Sport, Produkte, Dienstleistungen und natürlich Karrieremöglichkeiten gehören mit dazu.

Employer Branding Today: Ist es – angesichts der großen Konkurrenz – schwieriger geworden, potentielle neue Mitarbeiter über Facebook zu erreichen?

James Barraclough: In gewisser Hinsicht: ja. Facebook hat einen komplexen Algorithmus für all seine Inhalte installiert. Organische Posts – also unbezahlte Inhalte aus der Timeline einer Seite – wurden schon früher nur den eigenen Followern und Freunden angezeigt, aber der Algorithmus ist strenger geworden, sodass die meisten Follower diese Posts noch nicht einmal mehr sehen werden. Der Grund hierfür ist, dass Facebook „überlaufen“ ist. Der Algorithmus zieht es vor, die Posts einer Person oder einer Organisation nur den Menschen zu zeigen, die regelmäßig auf Inhalte dieses Verfassers reagieren. Inhalte, die bei den Menschen, die sie sehen, viele Reaktionen hervorrufen, wird er mit einer größeren organischen Reichweite belohnen. Auf diese Weise ist es schwieriger geworden, die Follower einer Seite mit normalen Posts zu erreichen. Allerdings kann man mit den Werbemöglichkeiten, die Facebook bietet, sicherer sein, jeden zu erreichen, den man erreichen möchte. Grundlegend ist, welches Ziel man verfolgt, ob man großartige Inhalte hat, deren Wahrnehmung man sicherstellen möchte, und mit welchem Budget dies unterstützt wird. Eine kleine Investition kann darüber entscheiden, ob die Mehrheit der Zielgruppe diese Inhalte sieht – oder nur eine Hand voll Fans.

Employer Branding Today: Vielen Dank für deine Einschätzung, James!

Sie wollen mehr darüber erfahren, wie sie Facebook bestmöglich für Ihr Employer Branding nutzen? Sprechen Sie uns gerne an!