Universum ist führend in der Entwicklung von Arbeitgebermarken auf Basis breiter Marktforschung. Mit über 25 Jahren Erfahrung und Niederlassungen auf der ganzen Welt unterstützen wir multinationale Unternehmen, Talente zu finden und für sich zu gewinnen. Wir helfen ihnen, bessere Arbeitskräfte zu bekommen – ganz einfach.

Recruiting global: „Große Unterschiede auch innerhalb Europas“ Interview mit Sabine Weinheimer-Hoepermans, CGI

In einer globalen Welt stellen sich auch beim Recruiting besondere Herausforderungen. So haben Absolventen aus Südeuropa andere Erwartungen an einen künftigen Arbeitgeber als ihre Altersgenossen aus Skandinavien. Wie kann es global agierenden Unternehmen gelingen, derart unterschiedliche Zielgruppen für sich zu begeistern? Darüber sprachen wir mit Sabine Weinheimer-Hoepermans. Sie leitet das Organisational Development des internationalen IT-Beratungshauses CGI. Dort ist sie sowohl für Nord- und Zentraleuropa als auch für die iberische Halbinsel sowie Lateinamerika verantwortlich.

EBT: Frau Weinheimer-Hoepermans, welche Rolle spielt das Thema „Recruiting“ für Ihr Unternehmen?

Weinheimer-Hoepermans: Eine sehr zentrale! Wir haben weltweit rund 69.000 Mitarbeiter und wollen weiter wachsen. Dazu suchen wir sowohl Absolventen als auch Professionals, zum Beispiel Betriebswirte und Wirtschaftsinformatiker – und zwar in so unterschiedlichen Märkten wie Lateinamerika und Skandinavien.

EBT: Verfolgen Sie in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Recruiting-Strategien?

Weinheimer-Hoepermans: Ja, das müssen wir, denn je nach Region gibt es ein völlig anderes sozioökonomisches Umfeld. Hinzu kommt beispielsweise, dass die Talente völlig verschiedene Vorstellungen davon haben, was ihr nächster Arbeitgeber ihnen bieten sollte. Große Unterschiede sind auch schon innerhalb Europas zu beobachten.

EBT: Können Sie uns ein Beispiel geben?

Weinheimer-Hoepermans: Nehmen wir einmal Spanien und Schweden – zwei der Märkte, mit denen ich mich in meiner täglichen Arbeit beschäftige. Während in Schweden die Arbeitslosenquote bei rund 8 Prozent liegt, ist in Spanien heute jeder Vierte arbeitslos. Dort haben wir es also mit einem echten Arbeitgebermarkt zu tun, während sich in Schweden die Unternehmen um die Talente bewerben müssen, nicht andersherum.

EBT: Ist es in Spanien also besonders leicht, neue Mitarbeiter zu finden?

Weinheimer-Hoepermans: Wenn man irgendjemanden sucht, dann sicherlich. Aber wenn man besondere Talente sucht, die über die richtigen Vorkenntnisse verfügen, Potential haben und die passenden Softskills mitbringen, dann muss man sich als Unternehmen auch in Spanien ins Zeug legen. Wichtig ist dabei, die Karriereziele der Zielgruppen zu kennen und sich darauf einzustellen. Welche das sind, zeigen uns unsere eigenen Beobachtungen – aber vor allem auch die Ergebnisse der Universum-Umfragen.

EBT: Haben Sie die Umfrage-Ergebnisse überrascht?

Weinheimer-Hoepermans: Die Ergebnisse waren sehr aufschlussreich! Was mich wirklich erstaunt hat: Selbstständig, kreativ und innovativ arbeiten zu können, hat für junge Spanier einen besonders hohen Stellenwert. Viele von ihnen scheinen echten Unternehmergeist zu besitzen. Wenn wir wollen, dass sich diese Talente bei uns bewerben, müssen wir dem mit unserem Employer Branding glaubhaft Rechnung tragen.

EBT: Welche weiteren Besonderheiten berücksichtigen Sie für den spanischen Markt?

Weinheimer-Hoepermans: In kaum einem anderen Land ist das Thema „Training und Weiterbildung“ von so großer Bedeutung wie in Spanien. Wer dort Studierende auf sich aufmerksam machen will, muss Entsprechendes zu bieten haben und das auch klar nach außen kommunizieren. Um bei dem Vergleich mit Schweden zu bleiben: Dort sind solche Angebote wesentlich seltener gefragt.

EBT: Die verschiedenen Märkte weisen natürlich auch Gemeinsamkeiten auf …

Weinheimer-Hoepermans: Richtig, und für uns als globales Unternehmen ist es sehr hilfreich, den Blick auch auf die Gemeinsamkeiten zu lenken. Diese können wir in unsere übergreifende Employer-Branding-Strategie einfließen lassen.

EBT: Da wäre vermutlich das Karriereziel „Work-Life–Balance“ zu nennen?

Weinheimer-Hoepermans: Work-Life-Balance ist vielerorts Karriereziel Nummer eins, auch in Spanien oder Schweden. Wie alle globalen Unternehmen stehen wir damit vor der Aufgabe, dieses Thema überzeugend zu adressieren. Auch einen sicheren Job zu haben, ist übrigens so eine Gemeinsamkeit. Unser Ziel ist es, Absolventen weltweit davon zu überzeugen, dass wir ein Unternehmen sind, das ihnen genau das bieten kann: einen sicheren Job in einem gesunden, wachsenden Unternehmen.

EBT: Vielen Dank für das Gespräch, Frau Weinheimer-Hoepermans!