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Lukas Zulehner, Brose: „Das Internet vergisst nicht.“ Ein Interview über Arbeitgebermarken in sozialen Medien.

Worauf sollten Arbeitgeber bei der Kommunikation im Netz achten? Das haben wir Lukas Zulehner, Fachgruppenleiter Personalmarketing bei Brose, gefragt. Er verantwortet seit 2010 ebenfalls die Social-Media-Aktivitäten der Unternehmensgruppe. Im Interview gibt er Tipps zum Umgang mit Bewertungsportalen wie kununu und geht den Chancen und Risiken von sozialen Netzwerken wie Facebook auf den Grund.

Universum: Was sind die häufigsten Fehler, die Arbeitgebern im Umgang mit Bewertungsportalen wie kununu unterlaufen?

Lukas Zulehner: Auf keinen Fall sollten Einträge zum eigenen Unternehmen ignoriert werden. Kununu & Co. haben eine hohe Relevanz, vor allem im Suchmaschinen-Ranking und damit auch bei Bewerbern. Wenn diese sich im Internet über Arbeitgeber informieren, sollte das Unternehmen die Einträge kennen, sie analysieren und darauf angemessen reagieren.2014-Zulehner-Lukas-1024x681

Universum: Welche Tipps können Sie anderen Arbeitgebern geben?

Lukas Zulehner: Auf jeden Fall der Zielgruppe zuhören. Außerdem ist eine professionelle Kommunikation die Grundvoraussetzung für einen professionellen Dialog. Oftmals sind die Einträge der Bewerber sehr emotional geschrieben. Darauf muss das Unternehmen eingehen und konstruktiv sowie sachlich reagieren. Dazu kommt ein hoher Anspruch der Internetnutzer an die Reaktionszeit. Diese sollte bedeutend kürzer sein als bei Anfragen über E-Mail oder Kontaktformulare. Ein guter Richtwert ist ein Zeitraum von 24 Stunden nach Erhalt der Bewertung. Ideal sind wenige Stunden.

Universum: Wie lässt sich das Feedback von Bewertungsportalen nutzen?

Lukas Zulehner: Kandidaten nutzen heute unterschiedliche Kanäle und verschaffen sich vor allem online ein umfassendes Bild von Arbeitgebern. Bewertungsportale wie kununu bilden gewissermaßen ein Stimmungsbarometer ab und bieten wertvolle ergänzende Informationen – für Bewerber ebenso wie für Unternehmen. Deshalb haben wir uns bei Brose auch für einen offenen Dialog entschieden. Seit 2012 geben wir aktives Feedback zu einzelnen Beiträgen und nehmen Anregungen auf, um unsere Prozesse zu verbessern. Auch unsere Mitarbeiter haben über ihre Desktop-PCs Zugriff auf das Portal und können dadurch wertvolle Anregungen übermitteln.

Universum: In welchen anderen sozialen Medien ist Brose ebenfalls aktiv – und warum?

Lukas Zulehner: Brose ist auf den Netzwerken Facebook, Twitter, Youtube und Xing präsent. Sie haben sich als die effizientesten erwiesen. Im Fokus stehen die Plattformen Xing und Facebook. Die Auswahl richtet sich nach deren Relevanz im WWW und der Möglichkeit, mit unseren Zielgruppen in den Dialog zu treten.

Universum: Welche Chancen und Risiken sehen Sie zum Beispiel bei Facebook?

Lukas Zulehner: Die größte Chance besteht aus meiner Sicht in der Möglichkeit, mit Zielgruppen multimedial in Kontakt zu treten, und dies in einem sehr offenen und dialogorientierten Umfeld. Dabei ist es besonders wichtig, die Inhalte und Tonalität an das Kommunikationsmedium anzupassen.

Das Internet vergisst nicht. Weil zum Beispiel Unternehmen von einem breiteren Publikum wahrgenommen werden als Privatpersonen, ist bei der Kommunikation im Netz sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt.

Universum: Wie könnte die Zukunft aussehen? Welche Rolle könnten soziale Medien im Jahr 2020 für Arbeitgeber spielen?

Lukas Zulehner: Die sozialen Medien sind sehr dynamisch und verändern sich schnell. Neue Portale kommen hinzu, wie WhatsApp oder Snapchat. Andere verschwinden aus dem Blickfeld, beispielsweise StudiVZ. Selbst sehr populäre Plattformen wie Facebook verändern sich ständig, ob technisch oder aufgrund des Nutzerverhaltens. Hier müssen Unternehmen stets Trends verfolgen, um sich nicht von der Entwicklung abhängen zu lassen. Dabei hilft regelmäßiges Hinterfragen der eigenen Social-Media-Strategie und eine kontinuierliche Beobachtung der Kommunikation im Web 2.0. Ich erwarte, dass Blogs in den nächsten Jahren einen weiteren Aufschwung erleben. Sie sind ein geeignetes Instrument, um Einblicke in das Unternehmen zu geben – das ist natürlich für jeden Bewerber interessant.

Universum: Vielen Dank, Herr Zulehner!

Brose ist Partner der internationalen Automobilindustrie und beliefert rund 80 Automobilmarken sowie über 30 Zulieferer mit Elektromotoren, mechatronischen Systemen für Fahrzeugtüren, Heckklappen und Sitzstrukturen. Rund 23.000 Mitarbeiter sind an 57 Standorten in 23 Ländern für das Familienunternehmen tätig, das aktuell ein Geschäftsvolumen von 5 Milliarden Euro erreicht. Brose gehört zu den TOP 40 der weltweiten Automobilzulieferer und ist in der Branche das fünftgrößte Unternehmen in Familienbesitz.