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Frauen in MINT-Berufen

By Gloria Csiszer on 21/03/2022

Wie man die begehrten Talente für sich gewinnt und dauerhaft hält

Seit Jahren gibt es Bemühungen, den Anteil von Frauen in den MINT-Berufen zu erhöhen. Dennoch sind die Zahlen immer noch beunruhigend niedrig. Aktuelle Studien des Pew Charitable Trust in den USA zeigen, dass Frauen zwar insgesamt ca. die Hälfte aller MINT-Beschäftigten ausmachen, sie aber in erster Linie im Gesundheitswesen und in den Biowissenschaften vertreten sind. Im Ingenieurwesen und in der Informatik liegt der Frauenanteil dagegen bei 25 % oder darunter.

Noch dramatischer ist, dass der Prozentsatz in diesen Untergruppen über 30 Jahre hinweg relativ gleichgeblieben, wenn nicht sogar gesunken ist – nicht nur in den USA.

Im Vereinigten Königreich sieht es nicht anders aus: Im Jahr 2019 lag – nach Angaben des Office for National Statistics Labour Force Survey – der Anteil der Frauen in den MINT-Berufsfeldern hier bei 24 %.

In diesem Zusammenhang und aus Anlass des Women’s History Month möchten wir einen kurzen Einblick in die Ergebnisse der Universum Studie geben. Basierend auf einer Umfrage unter mehr als 330.000 Studentinnen und Hochschulabsolventinnen in 36 Ländern zeigen wir auf, was sich Frauen für ihre Karriere wünschen.

Unsere Erkenntnisse sind für Arbeitgeber, die Frauen in MINT-Fächern einstellen wollen, von zentraler Bedeutung. Was motiviert Frauen? Welche Branchen suchen sie sich aus? Und welche Eigenschaften sind ihnen bei der Wahl ihres zukünftigen Arbeitgebers besonders wichtig?


1. Frauen sind in ihrer Karriere zukunftsorientiert

Unsere Studie belegt, dass Frauen während ihres Studiums und Studienabschlusses am meisten Wert auf die berufliche Fortbildung und ein hohes zukünftiges Einkommen bei der Wahl ihres zukünftigen Arbeitgebers legen.

Beides sind Faktoren, die für die Gestaltung der Zukunft eine hohe Relevanz haben. In diesem Punkt unterscheiden sich Frauen auch nicht von Männern. Die Geschlechter differieren dagegen deutlich in dem Wunsch nach einem wettbewerbsfähigen Grundgehalt. Bei Frauen rangiert dieser Faktor auf Platz 11, während er bei Männern auf Platz 4 steht. In Nordamerika ist die Kluft sogar noch größer: Frauen ordnen das Grundgehalt hier erst an Stelle 20 ein, Männer an Stelle 6.

Was bedeutet es, dass Frauen einem wettbewerbsfähigen Grundgehalt so deutlich weniger Priorität als Männer geben? Andere Faktoren wie die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und das Gefühl, am Arbeitsplatz respektiert zu werden, wiegen für sie deutlich schwerer.

Wie können sich Arbeitgeber darauf einstellen?

Berücksichtigen Sie, dass Frauen das Grundgehalt im Vergleich zu Männern unterbewerten. Stellen Sie sicher, dass dies nicht dazu führt, dass Frauen für eine vergleichbare Position ein geringeres Gehalt aushandeln.

2. Frauen wünschen sich Respekt und Integrität am Arbeitsplatz

Frauen in MINT-Fächern legen viel mehr Wert darauf, dass ein Arbeitgeber seine Mitarbeitenden respektiert (+ 5 Punkte im Vergleich zu Männern). Ihnen ist darüber hinaus wichtiger, dass die Unternehmen über hohe ethische Standards verfügen (+ 17 Punkte im Vergleich zu Männern). In Nordamerika stehen hohe ethische Standards bei Frauen in MINT-Berufen sogar auf Platz 2. «Wir sehen oft interessante Ausreisser in unseren Daten zur Arbeitgeberpräferenz, wenn wir sie nach Land und Geschlecht analysieren», sagt Larissa Hällefors, Global Commercial Product Manager bei Universum. «Dies sollte man unbedingt berücksichtigen. Talentmanager müssen also darauf achten, sich nicht zu sehr auf globale Durchschnittswerte zu verlassen, wenn sie ihre EVPs und Botschaften entwerfen.»

Wie können sich Arbeitgeber darauf einstellen?

Frauen in MINT-Fächern legen viel mehr Wert darauf, dass ein Arbeitgeber seine Mitarbeitenden respektiert (+ 5 Punkte im Vergleich zu Männern). Ihnen ist darüber hinaus wichtiger, dass die Unternehmen über hohe ethische Standards verfügen (+ 17 Punkte im Vergleich zu Männern). In Nordamerika stehen hohe ethische Standards bei Frauen in MINT-Berufen sogar auf Platz 2. «Wir sehen oft interessante Ausreisser in unseren Daten zur Arbeitgeberpräferenz, wenn wir sie nach Land und Geschlecht analysieren», sagt Larissa Hällefors, Global Commercial Product Manager bei Universum. «Dies sollte man unbedingt berücksichtigen. Talentmanager müssen also darauf achten, sich nicht zu sehr auf globale Durchschnittswerte zu verlassen, wenn sie ihre EVPs und Botschaften entwerfen.»

3. Frauen legen im Vergleich zu Männern mehr Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance – und dies schon zu Beginn ihrer Laufbahn

Frauen legen im Vergleich zu Männern grösseren Wert auf flexible Arbeitszeiten und auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Die Priorisierung beider Faktoren ist in den verschiedenen Regionen ähnlich ausgeprägt. Dabei muss berücksichtigt werden, dass in der Universum Studie sowohl Männer als auch Frauen befragt werden, die sich noch im Studium befinden oder gerade ihren Abschluss gemacht haben: Der Druck, eine Familie zu gründen, ist in den meisten Fällen noch gering.

Wie können sich Arbeitgeber darauf einstellen?

Auch wenn Frauen flexibles Arbeiten und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben in den Vordergrund stellen, sollten Arbeitgeber dies auf keinen Fall als «Frauenthemen» betrachten. LiveScience hat die umfangreichen Forschungsergebnisse von Kristen Shockley, Psychologin an der University of Georgia, ausgewertet. In ihrer Meta-Analyse untersuchte sie die Konflikte zwischen Beruf und Familie und stellt fest, dass es zwischen Männern und Frauen hier kaum Unterschiede gibt. Shockley meint, dass es sowohl für Männer als auch für Frauen problematisch ist, wenn die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nur Frauen zugeordnet wird: «Arbeitgeber könnten zu der Ansicht gelangen, dass Frauen sich nicht für die Arbeit engagieren, und daher zögern, ihnen eine Stelle oder Beförderung anzubieten. Gleichzeitig könnten Männer in eine Workaholic-Rolle gedrängt werden, die ihnen nicht zusagt.»

4. Frauen sind nicht alle gleich

Betrachtet man die Daten im Hinblick auf ihre regionalen Ausprägungen, so zeigen sich feine Unterschiede in den Anforderungen, die Frauen an ihre Arbeitgeber stellen. Ein angenehmes Arbeitsumfeld hat für Frauen in den APAC-Ländern höchste Priorität, während es bei Frauen in Lateinamerika nur auf Platz 13 rangiert. Dagegen steht die Bedeutung von Referenzen für eine zukünftige Karriere bei Frauen in Lateinamerika an 2. Stelle, für Frauen in den USA und Kanada dagegen lediglich an der 14.

Wie können sich Arbeitgeber darauf einstellen?

Für das Anwerben von Frauen in MINT-Positionen ist es wichtig, dass Sie Ihre Talentgewinnung regional spezifizieren: Ihre EVP kann (und sollte) entsprechend modifiziert werden, wenn die Bedingungen vor Ort dies erfordern. So kann Ihre EVP bei Bedarf zum Großteil (z. B. 80 bis 90 %) von Werten geprägt sein, die in allen Regionen gleich sind – Werte, die Teil der DNA Ihres Unternehmens sind. 10 bis 20 % können jedoch auf länderspezifische Faktoren zugeschnitten werden, die sich deutlich voneinander unterscheiden – wie etwa das Interesse von Frauen in APAC-Ländern an einem «angenehmen Arbeitsumfeld».

5. MINT-Absolventinnen suchen nicht im gleichen Maß wie Männer nach Jobs in der Tech-Branche

Für viele Studierende, Absolventen und Absolventinnen von MINT-Fächern müsste es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, eine Karriere in der Technologiebranche zu wählen. Frauen entscheiden sich dafür jedoch deutlich seltener als Männer. Sie zieht es eher in die Pharma- und Biotech-Industrien, während sie in der Tech-Branche um bis zu 13 Prozentpunkte unterrepräsentiert sind. Dies stellt ein erhebliches Hindernis für Technologieunternehmen dar, die den Anteil von Frauen in technischen und ingenieurwissenschaftlichen Berufen erhöhen möchten.

Mary Ellen Kassotakis, Executive Director des Oracle Women’s Leadership Program, erklärt: «Wir wissen, dass die Technologie die einzige MINT-Disziplin ist, in der die Beteiligung von Frauen in den letzten 20 Jahren abgenommen hat, und daher sind Frauen in der Unternehmenspipeline weiterhin deutlich unterrepräsentiert.»

Wie können sich Arbeitgeber darauf einstellen?

Um mehr Frauen einzustellen, müssen Unternehmen stark in Nischenbereiche wie die Förderung von Frauen in Führungspositionen investieren. «Die Förderung von Frauen in der Technologiebranche ist nicht nur eine Frage der Fairness und der Ethik, sondern auch eine Voraussetzung für gute Unternehmensführung», sagt Kassotakis.

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